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Sonntag, 2018-04-22

100 Jahre Segel-Club Oevelgönne

Glückstadt war schon 1925 ein beliebtes Ziel. "PIRAT" hat einen guten Liegeplatz gefunden

Die Jahre der Inflation waren 1924 vorbei und es konnten wieder feste Ziele gesetzt werden. Dazu gehörte in erster Linie das Wandersegeln auf Elbe und Ostsee. Die Mitglieder des S.C.Oe. waren überwiegend Arbeiter, Handwerker und Angestellte, sowie kleine Gewerbetreibende. Das erklärt auch den Umstand der Zurückhaltung bei der teuren Regattasegelei. Die Anschaffungs-, Unterhalts- und Lagerkosten konnten immer nur unter Verzicht auf andere Bedürfnisse aufgebracht werden. Aus diesem Grund tauchte dann auch 1926 der Plan auf, einen eigenen Platz mit Lagerschuppen und Steganlage zu schaffen, um die Kosten für die Mitglieder niedrig zu halten. Mit viel Elan wurde an die Verwirklichung gegangen. Das Vorhaben forderte den ganzen Einsatz jedes Einzelnen. Ein Grundstück am Köhlfleet in Finkenwerder konnte 1926 vom Staat gepachtet werden. Mitgliederdarlehn und Bauanteile, von den Segelkameraden aufgebracht, halfen dem Verein bei der Finanzierung. In vorbildlichem Gemeinschaftsgeist stellte jeder seine Freizeit ganz in den Dienst der Segelgemeinschaft. Auf dem neuen Clubgelände wurde gearbeitet und gewerkt. Einigen Mitgliedern war das Vorhaben nicht geheuer und zu aufwendig. Sie verließen den Club und entzogen sich somit der Mitarbeit. Diesen Mitgliedern trauerte man nicht nach. Ein Slip wurde gebaut, Schienen und Schwellen dafür beschafft, eine Ponton-Anlage und Tidenbrücke sowie Bojengeschirr wurden erstellt. Ein 50 m langer Steg über das niedrige Vorland wurde angelegt und ein Bootsschuppen in Auftrag gegeben. Was damals an Organisation und persönlichem Einsatz von den wenigen Clubkameraden geleistet wurde, war bewundernswert. Diese Arbeiten konnten nur geschafft werden, weil zwei Drittel der Mitglieder Handwerker waren. Viele waren arbeitslos und hatten Zeit, auf dem Gelände zu arbeiten.

Mit der Verlagerung von Oevelgönne zum Köhlfleet wollte man auch ein eigenes Clubheim erstellen. Erste Kalkulationen und Pläne wurden aufgestellt. Als das nötige Kapital zusammengebracht war, sollte ein Zimmermann mit dem Bau des Holzhauses beginnen. Leider verließ der Hamburg mit dem Baugeld in Richtung Holland und vergaß das Wiederkommen. Erst 1928 konnte trotz des Unglücks ein kleines Holzhaus als erstes Vereinshäuschen dienen. Dieses Häuschen wurde bekannt als "Wanzenbude" und im gleichen Jahr waren auch die Arbeiten im Köhlfleet abgeschlossen. Der Verein hatte nun ein eigenes Gelände, Steganlage und das besagte Clubheim. Die Slip- und Lagerkosten konnten damit für den schmalen Geldbeutel der S.C.Oe.-er erträglich gestaltet werden.

Unser langjähriges Mitglied Arthur (Adde) Ott besucht 1927